Schroeters Weblog

Beiträge zur Islam-Aufklärung

Archive for Februar 2010

DER MYTHOS el-AQSA-MOSCHEE

with 7 comments

 

Gastbeitrag von H. Nowitzky

DER MYTHOS el-AQSA-MOSCHEE

 

Warum der islamische Anspruch auf Jerusalem und den Tempelberg unberechtigt ist.

Der Nahost-Konflikt berührt sicher auch den historisch weniger Interessierten, zumal oft einseitige Berichterstattung eher verwirrt als aufklärt. Viele Menschen spüren, dass sich hier etwas zusammenbraut und vielleicht schon bald außer Kontrolle gerät. Der folgende historische Abriss soll deshalb Licht ins Dunkel bringen – besonders im Hinblick auf die Geschichte  der vermeintlich drittheiligsten Stätte des Islam auf dem Tempelberg in Jerusalem.

Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte die Problematik um die el-Aqsa-Moschee durch die zweite Intifada (arab. Intafada=sich erheben, abschütteln), die am 21.9.2000 begann, als eine israelische Patrouille im südlichen Gazastreifen von arabischen Steinewerfern angegriffen wurde. Diese wohl organisierten Provokationen wurden am nächsten Tag verschärft, als im Jerusalemer Vorort Mevasseret Zion  Molotow-Coctails  auf Zivilisten geworfen wurden. Erst sechs Tage später begab sich der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon auf den Tempelberg, wozu er als israelischer Staatsbürger und Mitglied des Parlaments jederzeit das Recht hatte. Dieser Besuch auf Israels heiligstem Platz, der von den Muslimen als „al-Haram al-Sharif“ bezeichnet und als „heilig“ beansprucht wird, wurde dann von dem ehemaligen Terroristenführer Arafat propagandistisch missbraucht und zum Vorwand für den geplanten Aufstand genommen. Beendet wurde diese dann so genannte  El-Aqsa-Intifada erst nach einem Waffenstillstandsabkommen im ägyptischen Scharm el-Scheich im Februar 2005.

Wem gehören denn nun Jerusalem und der in seinem Zentrum liegende Tempelberg? Wie berechtigt ist der jetzt wieder verstärkt erhobene muslimische Anspruch auf die Stadt und die heiligste Stätte des Judentums?

Zur Erinnerung: Nach dem jüdisch-arabischen Krieg 1948 und dem Wiedererstehen Israels gemäß der prophetischen Bücher der Heiligen Schrift sah ein UNO-Beschluss zunächst die Internationalisierung Jerusalems vor. Doch Jordanien hielt sich nicht daran und annektierte den Ostteil der Stadt einschließlich des Tempelberges. Seit dem war dieses Gebiet mit seinen heiligen Stätten für Juden und Christen nicht mehr zugänglich. Erst mit der Befreiung des Ostteils Jerusalems sowie Judäas und Samarias (heute allgemein nur noch als „Westbank“ bezeichnet) durch die israelische Armee im Sechs-Tage-Krieg  im Juni 1967 wurden die heiligen und unheiligen Stätten für alle, auch Muslime, wieder zugänglich. Allerdings kam es nach dem erfolgreichen Kampf zwischen dem kommandierenden Befehlshaber Moshe Dajan und den muslimischen Verantwortlichen für die Moscheen auf dem Tempelberg zu einem folgenschweren Abkommen, das bis heute nicht angetastet wird: Israel behielt für sich nur die staatliche und militärische Oberhoheit über den Tempelberg und überließ den Arabern die religiöse Aufsicht.

Stadt des Großen Königs

Gemäß der Bibel, – nach wie vor für Juden und Christen maßgebend – ist das ganze Land Israel (hebr. „Erez Jisrael“) Gottes Eigentum (Lev 25,23; Hos 9,3; Ps 83,13; Joh 1,11 u.v.a.). Seine Grenzen sind festgelegt u.a. in Gen 13,15 und Ex 32,13 und das Land dem jüdischen Volk zu „ewigem Besitz“ gegeben. (Bemerkenswert: auch der Koran bestätigt in den Suren 5,24 und 7,137 diesen Sachverhalt, nur dass es Allah war, der „den Kindern Israel“ den „Osten und Westen des Landes“ – gemeint ist das Land östlich und westlich des Jordan – „zum Erbe gab“.)

Als Zentrum dieses kleinen Landes – etwa so groß wie das Bundesland Hessen – und zugleich auch als Mittelpunkt des Gottesdienstes ist Jerusalem und der Tempel ausdrücklich hervorgehoben. Das Grundstück für den Bau hatte der ENGEL des HERRN dem König David auf dem Berge Morijah gezeigt (1. Kö 24). Dieses Land gehörte dem Jebusiter Arauna, der es dem König schenken wollte. Aber David bestand auf einem Kauf und zahlte ihm dafür 600 Goldschekel, ca. sechs kg Gold, sowie für die darauf befindliche Tenne weitere 50 Silberschekel (500g Silber). In Verbindung mit den heutigen Streitereien um den Besitz des Tempelberges ein wichtiger Vorgang!

Inspiriert durch den Heiligen Geist bereitete David den Bau nach himmlischem Abbild vor (1. Chr 28; s.a. Hebr 8) und übergab die Pläne seinem Nachfolger. Unter König Salomo wurde der Tempel gebaut und 955 v. Chr. fertig gestellt.

Jesus  selbst nennt Jerusalem die „Stadt des großen Königs“ (Mt 5,35). Seit mehr als 3000 Jahren ist Jerusalem nicht nur die Stadt der besonderen Anbetung Gottes – übrigens auch für Menschen aus anderen Völkern (s. die Geschichte des Kämmerers aus Äthiopien in Apg 8,26ff) – sondern sie ist damit auch heiligster Ort und Zentrum des Judentums. Unstreitig ist, dass es sich hier nicht um einen Ort der Verehrung des altarabischen Mondgottes Allah handelt – was historisch und theologisch belegbar ist.

Mehr als 1.000 Jahre war Jerusalem auch die Hauptstadt Israels bzw. Judäas, ehe die Römer 70 n. Chr. unter Titus den Zweiten Tempel und den größten Teil der Stadt zerstörten. Doch in den Herzen der Juden verlor Jerusalem nie seine Bedeutung, was in Psalm 137 bewegend zum Ausdruck kommt. Nach der Zerstörung wurde die Stadt im Laufe der Zeit wieder aufgebaut. Bis auf wenige Ausnahmen während der Römerzeit gab es dort immer eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung, auch nach der arabischen Eroberung 638, sechs Jahre nach Muhammads Tod.

Während der römischen Oberhoheit war Jerusalem allerdings von christlichen Gebetsstätten geprägt. Auch auf  dem Tempelplatz stand eine  Kirche; erbaut von Kaiser Justinian I. (527-565). Kaiser Justinian, der letzte Imperator auf dem oströmischen Kaiserthron, stellte als Alleinherrscher von Konstantinopel aus noch einmal die politische Einheit des Ostreiches mit Italien und Afrika her. Er gilt als größter Kirchenbauer nach Kaiser Konstantin. Der Wiederaufbau der Hagia Sophia in Konstantinopel ist sein größtes Werk – sie war für viele Jahrhunderte die schönste und größte Kirche des Abendlandes. Dieses Vorbild und andere Bauten von Kirchen waren überall im oströmischen Reich zu spüren (RGG III, Sp.575).

Kaiser Justinian, der den Juden nicht freundlich gesonnen war, ließ um 530 auch auf dem südlichen Bereich des Tempelbergs die dreischiffige byzantinische Basilika St. Maria bauen. An diesem Platz befanden sich einst die Hallen Salomos und die beiden unterirdischen südlichen Zugänge zum Tempelbezirk. Es war der Ort, an dem sich die erste christliche bzw. messianische Gemeinde von Juden, die zum Glauben an den auferstandenen Jesus gekommen waren, täglich versammelte (Apg 2,46). Und es war zugleich der Ort, von dem aus sich das Evangelium über die ganze damalige Welt und schließlich bis heute über die ganze Erde ausbreitete. Erst ab dem Jahre 135 lässt sich in Jerusalem eine rein heidenchristliche Gemeinde nachweisen!

Über die Basilika St. Maria erfährt man allerdings wenig, obwohl sie vom Grundriss her an Größe und Schönheit den vielen anderen Kirchen, die der Kaiser erbauen ließ, in nichts nachgestanden haben dürfte.

Das oströmische Reich hatte gegen äußere Feinde bis in die Zeit des aufkommenden Islam Erfolge, wurde dann aber durch Krisen im Innern (u.a. Finanznot und religiöser Zwist) mehr und mehr geschwächt. Als der persische Sassanide Chosrau II. Jerusalem im Jahre 614 eroberte und die Stadt den Juden zurückgab, wurden nicht nur 37.000 dort ansässige Christen in die Gefangenschaft nach Persien gebracht, sondern auch die Basilika St. Maria zerstört und als Ruine hinterlassen (Kath. Enzyklopädie). Schon drei Jahre später wurden die Juden erneut vertrieben und das christliche Patriarchat wieder errichtet.

In der Folge wechselte das Schicksal Jerusalems ständig. Im Jahre 638, also sechs Jahre nach dem Tod Muhammads, des „Propheten“ des Islam (=Unterwerfung), wurde die Stadt von dem Kalifen Omar (634-644) erobert und vorläufig dem islamischen Territorium eingegliedert. In den Jahren 691 und 692 ließ Omars Sohn und Nachfolger Kalif Abd el-Malik den Felsendom (Omar-Moschee) erbauen. Er wollte damit die Stadt aus handelspolitischem Interesse aufwerten, da Jerusalem am Rande des islamischen Machtbereichs lag und keine besondere Bedeutung hatte. Im Koran ist Jerusalem (arab. „al-Quds“) dem entsprechend nicht erwähnt – in der Bibel dagegen mehr als 800mal!

Der Felsendom wurde auf dem Platz errichtet, auf dem einst der Tempel stand. Es gelang aber nicht, auch das ehemalige Allerheiligste zu überbauen. Wie der Archäologe Leen Ritmeyer nachweisen konnte, befand sich dieser heiligste Ort außerhalb der jetzt bebauten Fläche. Die von den Muslimen beabsichtigte Entweihung des Tempelareals war aber erreicht – ein vermeintlicher Sieg über das „ungläubige“ und verhasste Judentum. Auf der heute von Touristen bewunderten Moschee befinden sich in schöner arabischer Kalligraphie Surenverse, die sich gegen die „Ungläubigen“, vor allem Juden und Christen, richten.

Die von Chosrau II. als Ruine hinterlassene Basilika St. Maria dürfte nach erneuter Einrichtung des Patriarchats Jerusalem 617 wieder hergestellt und  bis 711 als Kirche genutzt worden sein. Erst der Sohn des Kalifen Malik, Abd el-Wahd (705-715) entweihte das Gotteshaus in jenem Jahr und baute es zu einer Moschee um, indem er die typische Moscheekuppel auf das Dach der Basilika setzen ließ –  20 Jahre nach dem Bau des Felsendoms und 79 Jahre nach Muhammads Tod! Symbolisch bedeutete dies auch einen Sieg über  die „ungläubigen“ Christen –  gerade auch an diesem Ort. Die Basilika St. Maria wurde damit zu einem „Ort der Niederwerfung vor Allah“ (=Moschee), der schon in der vorislamischen Zeit in der Ka´aba von Mekka als oberste Gottheit unter 360 anderen Götzen verehrt wurde. Abd el-Wahd gab der neuen Moschee den Namen „el-Masgid el-Aqsa, was „die fernste Moschee“ bedeutet. Damit nahm er Bezug auf einen Koranvers (Sure 17,1): „Preis dem, der seinen Diener des Nachts entführte von der heiligen Moschee zur fernsten Moschee, deren Umgebung wir (Allah) gesegnet haben, um ihm (Muhammad) unsere Zeichen zu zeigen.“ Seine Absicht war eindeutig: Die el-Aqsa Moschee sollte in seinem Sinne interpretiert die im Koran genannte „fernste Moschee“ sein.

 

Die Reise, die nie war

Den zuvor genannten Surenvers (17,1) deuten Muslime als Hinweis, dass der „Prophet“ im Jahre 621 eine „Nachtreise nach Jerusalem“ und von dort bis in den siebten Himmel unternommen habe. Tatsächlich gibt es keinerlei historische Anhaltspunkte dafür, dass Muhammad jemals in Jerusalem war. Da der Prophet des Islam bereits 632 starb, kann der Koran nicht die Kirche St. Maria meinen, da diese erst  im Jahre 711, also 79 Jahre nach seinem Tod zur Moschee el-Aqsa wurde. Der Felsendom kommt ebenfalls nicht in Frage, weil dieses Gebäude noch nicht einmal erbaut war.

Korankommentatoren waren sich dieser Tatsache durchaus bewusst und behaupteten, mit der „fernsten Moschee“ sei Jerusalem gemeint. Einen Hinweis gibt es jedoch im Kommentar von M. bin Umar bin Waqid „Kitab alMaghazi“ (London 1966): Demnach gab es in al-Dji´rana – einem Ort zwischen Mekka und Taif zwei Moscheen, von denen eine „die nächste Moschee“, die andere „die fernste Moschee“ hieß. Demnach geht es also gar nicht um Jerusalem.

Für diesen Sachverhalt spricht auch, dass Muhammad schon im Februar 624 verbot, in Richtung Jerusalem zu „beten“. Er hatte die in Medina lebenden Juden nicht von seiner neuen Religion überzeugen können, darum wurde Jerusalem für ihn unwichtig. Damit drückte er nicht nur seine Geringschätzung für die den Juden heilige Stadt aus, sondern auch gegenüber den Juden selbst, die er aus Medina vertrieben bzw. ausgerottet hatte.

Nach dem Hadith führte der „Erzengel Gibril“ (fälschlicherweise oft mit „Gabriel“ verglichen) den „Propheten“ von der Ka´aba in Mekka über Jerusalem in den siebten Himmel. Dabei ritt Muhammad „in Riesensprüngen“ auf dem geflügelten pferdeähnlichen Tier Buraq. In Jerusalem angekommen, befestigte er das Tier an der Westmauer des Tempelberges („Klagemauer“), was dazu führte, dass die Muslime heute diese mächtige Wand „Buraq-Mauer“ nennen! „Als ich in Jerusalem alles Nötige vollendet hatte, brachte man mir eine Leiter“, erzählte Muhammad. Mit seinem “Freund“ Gibril stieg er auf dieser Leiter bis zu einem der Himmelstore empor, wo sie von dem „Engel“ Ismael empfangen wurden. Die weitere Erzählung verliert sich dann einerseits in Details, geht andererseits aber über wichtige Dinge in Kürze hinweg. Im untersten Himmel traf Muhammad „seinen Vater“ Abraham! Im zweiten Himmel  sah er „seine Vettern“(!) Jesus und Johannes. Im dritten Himmel bemerkte er einen „dicken Mann“, den Gibril ihm als seinen „Bruder“ Josef, den Sohn Jakobs, vorstellte. Nähere Einzelheiten werden nicht erwähnt. Und so geht es fort. In den weiteren Himmeln traf  er dann noch u.a. seinen „Bruder“ Moses, „einen Mann mit gebogener Nase“. Im siebten Himmel schließlich sah er noch einmal Abraham, diesmal auf einem Thron sitzend und von abertausenden Engeln umgeben. Dort wurde der Prophet nun endlich auch zu Allah geführt, der ihm und seinen Nachfolgern – ohne nähere Erklärung – für jeden Tag fünfzig Gebetsrunden vorschrieb.

Danach begann auch schon wieder der Rückweg. Erneut traf er auf Moses, der ihn in einem merkwürdigen Gespräch über die zuvor aufgebrummten Gebete verwickelte. Auf den Rat Moses verhandelte Muhammad noch einmal mit Allah über die hohe Zahl der Gebetsrunden. Nach einigem Hin und Her ließ sich Allah 45 Gebete abhandeln, so dass schließlich nur noch fünf tägliche Gebetsrunden übrig blieben – bis heute. Wer diese getreu einhalte, bekäme dann den Lohn von 50 Gebeten!

Diese eigenartige Geschichte bestätigt nach Meinung der Muslime nicht nur die Würde ihres Propheten bei Allah, sondern begründet auch den Anspruch auf Jerusalem für den Islam!

Doch schon damals bezweifelten die Menschen diese abenteuerliche Reise Muhammads. Sie hielten ihn für verrückt! Darauf kam die Sure 53,1-4 auf ihn herab, in der Allah selbst ihn in Schutz nahm: „Bei dem Stern, da er sinkt, euer Gefährte (Muhammad) irrt nicht und ist nicht getäuscht, noch spricht er aus Gelüst. Er (der Koran) ist nichts als eine geoffenbarte Offenbarung …“  Als sich andere ebenfalls lustig machten, verteidigte ihn sein Schwiegervater Abu Bakr: „Bei Allah, wenn er es selbst sagt, so ist es auch wahr …!“

Spätere Überlieferungen lassen Muhammad Jerusalem ausführlich beschreiben, so dass man ihm habe glauben müssen. Aber ausgerechnet seine junge „Frau“ A´isha, Abu Bakrs Tochter,  damals neun Jahre alt, war über diese merkwürdigen Gerüchte erstaunt und beteuerte, dass ihr Eheherr in der besagten Nacht das gemeinsame Bett nicht verlassen habe und meinte: „Muhammads Körper wurde nicht vermisst, sondern Allah ließ seinen Geist reisen“ (aus dem Hadith nach al-Bukhari). Auch für die Muslime aus seiner nächsten Umgebung blieb die „Himmelfahrt nur eine Vision von Allah“.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass unter Muslimen Legendenbildungen zum eigenen Ruhm eine lange Tradition haben. Sie finden im Volk, aber auch bei „Gelehrten“ des Islam weitaus mehr Zuspruch als historische Tatsachen.

 

Die weitere Geschichte

Die zur Moschee gemachte Basilika St. Maria blieb bis in die Kreuzfahrerzeit hinein ein „Ort der Niederwerfung vor Allah“. Im Juni 1099 wurde Jerusalem von den Kreuzfahrern erobert, eine kirchliche und staatliche Ordnung nach europäischem Muster eingeführt und das Königreich Jerusalem (Gottfried von Bouillon) gegründet. Die ehemalige Kirche wurde zunächst als Königspalast genutzt. Der spätere König Balduin II. von Jerusalem (1118-1131) überließ 1118 dem von Hugo von Payens gegründete Templerorden (Militia Templi) einen Flügel des nun „Templum Salomonis“  genannten Gebäudes, das bis 1129 zu einer Festung ausgebaut wurde.

Nachdem der Kurde Saladin die arabische Welt zum Heiligen Krieg gegen die Christen mobilisieren konnte, erlitten die Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattim am See Genezareth 1187 eine so schwere Niederlage, dass sie den Fall von Jerusalem hinnehmen mussten. Das Gebäude der Templer wurde wieder zur Moschee umgestaltet und am 9.10.1187 erneut Allah geweiht.

In einem Dritten Kreuzzug (1189-1192) versuchte König Richard Löwenherz vergeblich, Jerusalem zurück zu erobern. Erst Kaiser Friedrich II. (1212-1250) unternimmt es, mit diplomatischen Mitteln das Ziel der Kreuzzüge zu erreichen. Er schließt mit dem ägyptischen Sultan El-Kamil 1229 in Jaffa einen Vertrag, aufgrund dessen Jerusalem (ohne Felsendom und el-Aqsa Moschee) und weitere Gebiete zurück gewonnen werden. Papst und Patriarch von Jerusalem lehnen allerdings diese Lösung ab.

Nach weiteren vergeblichen Versuchen, die Gebiete zu halten, unterliegen die Kreuzfahrer schließlich 1291 den ägyptischen Mameluken (ehemals Sklaven türkischer und kaukasischer Herkunft, die als Soldaten am Nil an die Macht kamen und den sunnitischen Islam stärkten). Die Templer geben 1303 ihren letzten Stützpunkt, die Insel Ruad vor Tortosa, auf. Das Ende der Kreuzfahrerstaaten sollte für die einheimischen Christen unter der islamischen Herrschaft erhebliche Folgen haben: sie wurden zu Dhimmis, zu Bürgern mit nur wenigen Rechten.

Anfang des 16. Jh. findet die Herrschaft der Mameluken ein Ende, als der osmanische Sultan Selim I. (1512-1520) in einem raschen Siegeszug Syrien, Palästina und das Niltal unterwirft. Bis zum Ende des I. Weltkriegs bleibt  nun Jerusalem Teil des osmanischen Reiches. Die Situation  ändert sich erst, als nach dessen Niederlage der Nahe Osten in Mandatsgebiete aufgeteilt und von den Siegern England und Frankreich bis zu den arabischen Staatsgründungen verwaltet wird. Das inzwischen fast menschenleere und öde Territorium des biblischen Israel wurde seit Ende des 19. Jh. von Juden durch Einwanderung systematisch besiedelt und wieder kultiviert.

 

Kein Interesse vor 1967

Wie unwichtig die beiden Moscheen auf dem Tempelberg für die Muslime im abgelegenen

 Jerusalem bis in unsere Zeit waren, belegen Bilder des Bonfils Studio Beirut von 1875, die einen menschenleeren  und verwahrlosten Platz zeigen, auf dem das Unkraut zwischen den Steinen hervorsprosst. Der Felsendom zeigt deutliche Spuren des Verfalls. (Die Restauration erfolgte erst in der Mitte des 20. Jh., und die Kuppel erhielt in den 1960er Jahren ihre Vergoldung dank einer Spende des jordanischen Königs Hussein.) Bemerkenswert sind auch die Beschreibungen zu den vorgenannten Bildern: „Mosquee d´Omar et tribunal de David“ oder „Al Aqsa Mosque – Note overall disrepair and lack of use“. Auf einem anderen Bild dagegen sieht man eine größere Menge Juden, die an der „Western Wall“ beten. Bestätigt wird der allgemeine Zustand des Landes auch durch Tagebuchaufzeichnungen von Mark Twain, der das Heilige Land 1867 bereiste: „Es ist ein trostloses Land. Es gibt kaum einen Baum oder Strauch, der Schatten spendet.“

Weiterhin ist bemerkenswert, dass bis in unsere Tage hinein islamische Würdenträger und Autoritäten nicht den Weg zu ihren „Heiligtümern“ in Jerusalem fanden – auch nicht während der illegalen jordanischen Besatzungszeit von 1948-1967 –  abgesehen von einer Ausnahme: Der Vater König Husseins, der Emir und spätere erste König von Jordanien, Abdallah, wurde 1951 bei einem Besuch in Jerusalem in der el-Aqsa ermordet. Er hatte eine Verständigung mit Israel gesucht und musste diese mit seinem Leben bezahlen. Selbst in dieser Zeit wurde von den Arabern nichts unternommen, den Tempelplatz oder den Ostteil Jerusalems aufzuwerten. Ebenso gab es auch keinen Versuch, im „Westjordanland“ einen Staat „Palästina“ mit einer Hauptstadt Ost-Jerusalem zu gründen. Die PLO-Charta von 1964 belegt diese Tatsache.

 

Fazit

Für die islamische Welt wurde Jerusalem und die el-Aqsa Moschee erst nach dem 6-Tage-Krieg 1967 wichtig und zum Symbol des politischen Kampfes gegen Israel. Deshalb wurde ein Grund gesucht, den Krieg gegen Israel und seine heilige Stadt auch religiös zu untermauern. Nicht nur die Araber sind davon überzeugt, dass Jerusalem für den Islam eine heilige Stadt sei, sondern auch einige westliche „Islamwissenschaftler“ – obwohl Jerusalem in der wichtigsten Quelle des Islam nicht erwähnt ist. Das hängt – wie oben schon erwähnt – mit der obigen Legende zusammen, in der die angeblich himmlische Reise Muhammads, ein Jahr vor seiner Flucht („Auswanderung“) nach Medina (621), erzählt und auch von gebildeten Muslimen geglaubt wird.

Dieser Sachverhalt zeigt auch, dass gemäß Koran der Jihad, als 6. Säule des Islam ein äußerst wichtiges Element bei der Ausbreitung dieser Ideologie und Religion ist. Zusammengefasst ist dieser Sachverhalt in der Schari´a, dem Staatsgrundgesetz des Islam. Wohl nicht zu unrecht bezeichnet Leon de Winter diese Verbindung von gewalttätiger Ideologie und Religion der arabischen Wüstenstämme des 7. Jh. als „religiös verbrämten Faschismus“. Der „heilige Krieg“ ist eine bindende Pflicht (=Fardh Kifaya) für jeden Muslim und für jede muslimische Nation (s. Sure 9,41 + 112 u.a.). Der Sieg über die „Ungläubigen“, vor allem Juden und Christen, dokumentiert sich darin, dass Synagogen zerstört und wichtige Kirchen in Moscheen umgewandelt bzw. ebenfalls zerstört werden. Als Jordanien 1948 den Ostteil Jerusalems annektierte, wurden dort alle 58 Synagogen dem Erdboden gleichgemacht. Auf dem Tempelplatz wird heute ebenfalls alles noch Vorhandene, was darauf hinweist, dass hier einst der Tempel stand, vernichtet bzw. auf Müllhalden  gebracht. Es wird nun sogar die frühere Existenz des Tempels von den Arabern verneint. So sagte erst kürzlich der Großmufti  von Ostjerusalem, Mohammed Hussein,  dass es einen jüdischen Tempel nie gegeben habe, obwohl ihm ein arabischer Beleg von 1935 darüber vorgelegt wurde. Lüge und Verschleierung von Tatsachen gegenüber „Ungläubigen“ wurden schon von einem der bedeutendsten „Theologen“ und Denker des Islam als Mittel im Kampf gerechtfertigt. Al-Ghazzali (1059-1111) sagte: „Wisse, dass die Lüge an sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“

Die Intoleranz der „Religion des Friedens“ zeigt sich in der Devise: „Der Islam herrscht, er wird nicht beherrscht!“ Deshalb duldet der Islam neben sich das viel ältere Judentum und Christentum nicht. Als Zeichen des Triumphs wurden die wichtigsten Kirchen des Abend- und Morgenlandes nach der Eroberung zu Moscheen umgewandelt. So die noch aus römischer Zeit stammende Johanniskirche in Damaskus – dort steht heute die Omajjaden-Moschee, in der Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Jahre 2000 den Koran küsste.

Die größte und herrlichste Kirche des Abendlandes, die Hagia Sophia („Heilige Weisheit“), wurde nach der überaus grausamen Eroberung von Byzanz (Konstantinopel) durch Sultan Mehmed II. „Fatih“ (=Eroberer) ebenfalls für „ewige Zeiten“ zur Anbetungsstätte des Götzen Allah umgewandelt. Bei der Plünderung stürzte das große Triumphkreuz herab, das später in die Eingangsstufen eingearbeitet wurde und seit dem von den Füßen der Besucher getreten wird. Im Jahre 1934 wurde die Hagia Sophia zu einem Museum umgewandelt. Am 1.12.2006 besuchte das Oberhaupt „Westroms“ Papst Benedikt XVI. die „Heilige Weisheit“, in der noch immer die Zeichen des Islam befestigt sind. Ein Gebet wagte er dort nicht – in der gegenüberliegenden „Blauen Moschee“ betete er in Richtung Mekka – aber zu welchem Gott?

Im einstigen Kernland des christlichen Glaubens Kleinasien – die heutige Türkei – wurden nach der islamischen Eroberung fast alle Kirchen zerstört oder als Ruinen hinterlassen. Seit 1924 dürfen dort keine Kirchen mehr gebaut werden. Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts waren dort 25 Prozent der Bevölkerung Christen, heute sind es kaum mehr als 0,2 Prozent, die Verfolgung und Unterdrückung überlebt haben oder der Zwangsevakuierung nach Griechenland widerstanden.

Ob die Christen in Europa endlich aufwachen? Es scheint nicht so. Selbst Kirchenführer und „christliche“ Politiker befürworten den Bau von immer mehr und immer größeren Moscheen auch in unserem Land, ohne eine Gegenleistung der Toleranz in den Herkunftsländern der Immigranten zu fordern. So sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Carstensen (CDU) am 9.10.2009 bei der Einweihung der großen Zentrumsmoschee mit 26 Meter hohen Minaretten in Rendsburg: „Ich bin stolz, eine solche Moschee in  m e i n e m  Bundesland zu haben … Die Moschee wird ein Symbol für Frieden und Freiheit  sein.“ Mit keinem Wort wies er  auf die Not der Christen in den islamischen Ländern hin.

Was nun den leidenschaftlichen Anspruch der Araber auf Jerusalem anbetrifft, so ist dieser historisch völlig unbegründet und zurückzuweisen. Christen, für die die Bibel maßgebend ist, sollten deshalb an der Seite Israels stehen und sich für die Wahrheit einsetzen.

H. Nowitzky  12/2009

Advertisements

Written by schroeter

Februar 26, 2010 at 10:49 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Der „Heilige Krieg“ im Islam – die 6. Säule

with 5 comments

Gastbeitrag von H. Nowitzky

Der „Heilige Krieg“ im Islam

– Eine wichtige 6. Säule der islamischen Ideologie –

 

„If you think Islamic Terrorism is a new phenomenon, think again. Islam owes its success to terrorism. The prophet of Islam boasted: ´I have been made victorious with terror.´” (Sahi Buhari Vol. 4 Book 52 Number 220 – vom Center for Muslim-Jewish Engagement – University of Southern California, USC)

Und Bernhard Lewis, einer der weltweit wichtigsten Islamexperten bemerkt in seinem Buch “The Crisis of Islam“ (London 2003, S. 107): „Die meisten Muslime sind keine Fundamentalisten; die meisten Fundamentalisten sind keine Terroristen; die meisten Terroristen sind heute jedoch Muslime.“

Wann immer Muslime ein Blutbad anrichten, heißt es in zahllosen Stellungnahmen in den westlichen Medien: „Der Islam ist eine Religion des Friedens.“ Tatsächlich gibt es im Koran friedfertige  und zur Toleranz auffordernde Verse, doch diese stammen meist aus der Frühzeit in Mekka, als der Islam noch in der Unterlegenheit war. Und die Toleranz (Sure 2,256) gilt nur unter Muslimen selbst und wird nicht einmal den eigenen Frauen gewährt. Zahlreich sind dagegen die Verse, die zur Gewalt gegen die „Ungläubigen“ (vor allem Juden und Christen) „im Wege Allahs“ auffordern und die friedfertigen aufheben. Dieser Widerspruch wird in Sure 2,106 erklärt: „Was Wir (Allah) auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit bringen, Wir bringen bessere oder gleiche dafür. Weißt du nicht, dass Allah über alle Dinge Macht hat?“ Max Henning erwähnt in einer Anmerkung dazu, dass nach den Muslimen Allah 225 seiner früheren Offenbarungen widerrufen hat und durch Abrogation (Änderung, Abschaffung) für ungültig erklärte.

Zwei Beispiele:

Sure 16,69, offenbart in Mekka, erlaubt den Genuss von Wein. In den Suren 4,43; 2,219 und 5,90 aus der medinischen Zeit entwickelt sich schließlich das Weinverbot. Erst in Allahs Paradies fließt dann wieder der Wein in Strömen (s. Sure 56 und 78).

In der mekkanischen Sure 15,94 fordert Allah lediglich, seine Botschaft zu verkündigen und in 16,125, ebenfalls in Mekka offenbart, heißt es. „Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung; und streite mit ihnen (den „Ungläubigen“) in bester Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist, und Er kennet am besten die Rechtgeleiteten.“ Diese beiden Verse werden von Missionaren des Islam (=Unterwerfung) und von dialügfreundlichen Christen ins Spiel gebracht, obwohl mehr als 200 Koranverse (eine Auswahl im letzten Teil!) den brutalsten Kampf gegen die „Ungläubigen“ fordern und, in Zeiten der Überlegenheit, bestenfalls deren Existenz als Dhimmis, Bürger mit eingeschränkten Rechten und zu hohen Steuern verpflichtet, gewähren.

Die Botschaft Allahs an seine Muslime ist aber unmissverständlich: „Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist, und bis alles an Allah glaubt …“ (Sure 8,39)

Der Islam proklamiert damals wie heute seine Lebensordnung, die sowohl das gesamte private als auch staatliche Leben umfasst, als universal gültig und im Grundsatz als verbindlich für alle Menschen und Staaten, bis das Ziel, eine einheitliche Gesellschaft unter islamischem Recht (Schari´a) weltweit durchgesetzt und verwirklicht ist. Der Islam ist deshalb keine Religion im herkömmlichen Sinne, sondern eine Ideologie wie Kommunismus und Nationalsozialismus – jedoch mit einer gefährlichen eschatologischen Dimension: Das irdische Leben ist nur „Spiel und Scherz“ (Sure 47,36f) und vor allem  „Kampf“ (u.a. Sure 9,111)! Das wahre Leben beginnt für die „Erwählten“ erst in Allahs Paradies: „Und wahrlich, das Jenseits ist besser für dich als das Diesseits.“ (Sure 93,4)

Die Lehren des Islam sind gegen die freiheitlich-demokratische Staatsordnung gerichtet, weil eine solche als „unislamisch“ bezeichnet und deshalb bekämpft wird. Koran und Schari´a kennen bei der Verfolgung dieser Zielsetzung keine Kompromisse. Der Djihad, der „Heilige Krieg“, „im Wege Allahs“ ist dazu das Mittel. Die Anzahl der kriegerischen Surenverse ist so umfangreich – mehr als 200 und mit oftmaliger Wiederholung – dass der „Heilige Krieg“ tatsächlich eine wichtige 6. Säule des Islam darstellt, wenn nicht gar die wichtigste ist.

„Djihad“ an sich bedeutet nicht Krieg, sondern „äußerste Anstrengung, ein sich Bemühen, sich Einsetzen“. „Liberale“ Muslime deuten Djihad als  Selbstkontrolle über die fleischlichen Lüste. Der Koran selbst lehnt jedoch diese Interpretation ab. Zu der rein philologischen Bedeutung kommt im Koran die theologische  hinzu mit dem Zusatz „fi sabil Allah“ – „im Wege Allahs“. Damit wird aus Djihad „al Djihad“ = der Kampf. Dieses Wort ist austauschbar mit “qital“, dem Kampf, bei dem es um physische Gewalt und Töten geht.

Als Muhammad um 610 n. Chr. in seiner Heimatstadt Mekka  als Warner vor dem göttlichen Gericht auftrat, fand er kaum Anhänger. Erst 622, nach seiner „Auswanderung“ nach Medina (Hijra), konstituierte sich dort die erste islamische Gemeinde (Umma). Muhammad hatte erwartet, dass sich Juden und Christen seiner Lehre anschließen würden. Er warb um sie mit dem Versprechen „Es sei kein Zwang in der Religion“ (2,256)  –  allerdings mit der Einschränkung, dass der Glaube an Allah ohne Irrtum sei. Juden und Christen wiesen ihn ab und lachten über seine phantastischen Verfälschungen der Bibel. Sie wollten sich auch nicht seiner Herrschaft als „Dhimmis“ unterordnen und die Kopfsteuer der „ungläubigen“ Bürger zweiter Klasse zahlen.

Um seine späteren Feldzüge zu finanzieren, waren Muhammads erste Kriege zunächst Überfälle auf Karawanen, denen dann aber die Kriegszüge gegen die „Ungläubigen“ – vor allem eben Juden und Christen – folgten, um die „wahre Religion“ durchzusetzen.

Ibn Al-´Abidin (zit. in Moussa Afschar, Der Heilige Krieg, S. 33) beschreibt den Übergang von der Toleranz zur Gewaltanwendung: „Das Gebot zum Kämpfen kam in Etappen. Zuerst wurde Muhammad aufgefordert, seine Botschaft weiterzugeben, danach zu diskutieren und zu streiten. Dann wurde es den Gläubigen erlaubt zu kämpfen, dann wurden sie aufgefordert zu kämpfen … Und ganz zum Schluss kommt die Aufforderung, sich ganzheitlich in den Kampf zu begeben.“ Dazu die Sure 8,39: „Und kämpfet wider sie … bis alles an Allah glaubt!“

Um seinen Machtanspruch zu untermauern, schickte Muhammad Briefe an acht Herrscher, darunter die von Persien und Byzanz, mit der Aufforderung, den Islam anzunehmen. Bis zu seinem Tode 632 führte der „Prophet“ 27 Kriege. (Ibn Hischam, Das Leben Muhammads, nach Ibn Ishaq, Bd. II, S. 390f, Villach 1992)

 

Bedeutung des „Heiligen Krieges“

Bis heute sehen Muslime die Welt in zwei Bereiche aufgeteilt: den Dar al-Islam (=Haus des Islam)  – Länder, in denen der Islam herrscht –  und den Dar al-Harb (=Haus des Krieges) – Länder, die noch für den Islam einzunehmen sind. Je nach Situation kann der Djihad auch durch andere Mittel verwirklicht werden: Unterwerfung, Bündnisschluss, finanzieller und anderweitiger Druck.

Der Djihad ist keineswegs nur ein düsteres Kapitel der islamischen Frühzeit! Die Koranverse, die zum Djihad aufrufen, sich mit der Durchführung, den Feinden und der Belohnung befassen, sind auffallend zahlreich. Der „Heilige Krieg“ ist in der „Offenbarung“ des Koran festgelegt. Er ist eine „Fardh Kifaya“, eine für jeden Muslim und für jede muslimische Nation bindende Pflicht! Je nach Stärke des Gegners kann ein Heer stellvertretend  für die Umma den Kampf führen.

An den Bestimmungen des Djihad und an den Belohnungen ist erkennbar, dass er theologisch eine große Bedeutung hat und deshalb unter islamischen Gelehrten als eine der sechs Säulen des Islam gilt.

 

Befehl zum Djihad

Nach dem Hadith (=Überlieferung von Sprüchen und Taten des „Propheten“ und seiner Gefährten) fragte Abu Hurayra (ein Prophetengefährte, gest. 678): „O, Prophet Allahs, was ist gleichwertig mit dem Djihad?“ Er sagte: „Es gibt nichts Gleichwertiges.“ – Muhammad wurde auch gefragt: „Wer ist der Beste unter den Menschen?“ Er sagte: „Der Gläubige, der mit seiner Person und mit seinem Vermögen in den Djihad zieht.“ Hierzu Sure 9,41: „Ziehet aus, leicht und schwer, und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg. Solches ist besser für euch, so ihr es begreifet.“ Allah selbst steht hinter jedem Kämpfer: „Und nicht erschlugt ihr sie, sondern Allah erschlug sie … Und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm. Siehe Allah ist hörend und wissend.“ (Sure 8,17)

„Vorgeschrieben ist euch der Kampf …“ (2,216). Der Djihad ist bei der Ausbreitung des Islam eine Pflicht innerhalb eines genau festgelegten Stufenplanes: „ … Nehmet aber keinen von ihnen (den „Ungläubigen“) zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.“ (4,89) Dieser Vers bezieht sich auf die Polytheisten, also die Heiden. Die zunächst etwas höher geachteten Schriftbesitzer, Juden und Christen, werden dann jedoch genauso bekämpft, wenn sie sich nicht dem Islam unterwerfen: „Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten. … Allah schlag sie tot! Wie sind sie verstandeslos!“ Dieser „Schwertvers“ (9,29+30) hebt etwa 100 anders lautende Verse auf, die zu einer eingeschränkten Toleranz aufrufen und noch aus der mekkanischen Zeit der Unterlegenheit stammen.

Diese Forderung findet sich noch wiederholt an anderen Stellen im Koran. Der Djihad dauert schließlich so lange, „bis die Verführung aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist“. (2,193)

 

In der Schlacht ist Allah näher

Dem „Propheten“ des Islam galt die Tötung seiner Feinde als ein Gebot Allahs: „Mir wurde befohlen, gegen die Menschen so lange Krieg zu führen, bis sie sagen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und Muhammad sein Gesandter ist.“ (al-Buhari, ed. Mustafa Dib al-Bugha, I-VII, Beirut 1990, zit. in Moussa Afschar a.a.O. S. 36)

Obwohl anfangs die Beute den größten Anreiz für die Muslime hatte, betonte Muhammad immer wieder, dass man um der Sache des Islam willen kämpfen müsse: „Nur wer in die Schlacht geht, damit das Wort Allahs den Sieg davonträgt, befindet sich im Wege Allahs.“ (Ibn Madja, Djihad, S. 13). Daher sollten die Muslime auch den Namen Allahs als Schlachtruf verwenden. (al-Buhari, Djihad, S. 153 – beide Angaben in M. Afschar a.a.O. S. 36f)

Der Krieg im Islam gilt als „heilig“ und „segensreich“, was Muhammad in einem anderen Spruch hervorhebt: „Unter dem Schatten der Schwerter ist das Paradies.“ (al-Buhari, zit. in M. Afschar, S. 37)

Zahlreiche Sprüche von Muhammad belegen, dass der Heilige Krieg für ihn die höchste Anbetungspflicht ist. So verspricht er den Wachtposten: „Ein Tag, den man auf einem Wachposten des Heiligen Krieges verbringt, um die Blöße der Muslime zu schützen, bringt einen größeren Lohn als hundert Jahre lang Gebet und Fasten.“ (Ibn Madja, Djihad,  zit. in M. Afschar, S. 40)

Dem entspricht auch eine andere Aussage des „Propheten“, die ebenfalls von Ibn Madja  überliefert ist: „Ein Nacht- oder Tagesmarsch im Heiligen Krieg ist wertvoller als die Welt und was darin ist.“ (Ibn Madja, Djihad, zit. in M. Afschar a.a.O. S. 39)

Der „Ungläubige“ mag sich fragen, was geschieht denn eigentlich, wenn sich Muslime gegenseitig umbringen – was ja tagtäglich in grausamer Weise geschieht. Zu denken ist auch an den langjährigen blutigen Krieg zwischen Iran und Irak mit mehr als einer Million Toten.

Auch hier hat der „Prophet“ des Islam eine Antwort, die im Hadith von al-Buhari überliefert wird. Demnach berichtet Muhammad, dass Allah für die Krieger im Paradies hundert Stufen geschaffen habe. Daraus ist zu entnehmen, dass die Teilnehmer am Heiligen Krieg nicht alle auf einer Stufe stehen. Allen gemeinsam sei jedoch die Wonne an diesem Ort der Lust und Genüsse: „Jeder Märtyrer wird sich angesichts des guten Ertrages seines Märtyrertums wünschen, noch einmal in die Welt zurückzukehren, um wieder getötet zu werden.“ Sogar zwei Menschen, die einander töten, können ins Paradies kommen: „Allah lächelte über zwei Männer, die sich gegenseitig umgebracht hatten und dennoch ins Paradies kommen: Der eine kämpft auf dem Wege Allahs und wird getötet. Allah vergibt auch seinem Mörder, der seinerseits auf dem Wege Allahs kämpft, bis er den Märtyrertod stirbt.“ (al-Buhari, Djihad, zit. in M. Afschar a.a.O. S. 38)

 

Lohn des Djihad

Materielle und ideelle Faktoren – Ehrgefühl, Beute und eschatologische Belohnung  – spielen hier zusammen als eine Mischung irdischer Vorteile und paradiesischer Wonne im Jenseits, die eine enorme Steigerung irdischer Genüsse bedeuten:

Anteil an der Kriegsbeute: 4/5 gingen an die Kämpfer und 1/ 5 an Allah, d.h. an Arme und Waisen.

Gewissheit des Glaubens, also die Sicherheit ins Paradies zu kommen hat nur der

„Märtyrer“, der im Djihad fällt: „Und wähnet nicht die in Allahs Weg Gefallenen für tot; nein, lebend bei ihrem Herrn werden sie versorgt.“ (3,169; vgl. auch 3,158)

„Vergebung und Barmherzigkeit von Allah“  (3,157)

Der Märtyrer steht im Rang über denen, die daheim bleiben; „… den Eifernden hat Er vor den (daheim) Sitzenden hohen Lohn verheißen“. (4,95)

Bereitet hat Allah für sie Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Das ist die große Glückseligkeit. Dieser Ort ist vor allem ein Paradies für Männer. Die Suren 56, 78, 88 u.a. beschreiben anschaulich diesen Ort der Genüsse, an dem sogar der auf Erden verbotene Wein in Strömen fließt und von „unsterblichen Knaben“(!) kredenzt wird. (Ob und welche Frauen auch an diesen Ort gelangen, lässt der Koran offen.)

Nach der Überlieferung wird der Märtyrer außerdem vor den Plagen des Grabes geschützt, ist vor der größten Angst am Jüngsten Tag sicher, er bekommt – gemäß den obigen Suren – 72 Paradiesjungfrauen, von Allah besonders erschaffen (56,34), „großäugige Huris“ (56,22), „Jungfrauen mit schwellenden Brüsten“ (78,33) – die dann  auch die anderen „Gottesfürchtigen“, nach deren Läuterung in der Hölle, in Empfang nehmen. Nach dem Hadith werden alle Männer an diesem Ort der Freuden mit der 100fachen „Manneskraft“ ausgestattet. Der „Märtyrer“ darf übrigens auch für 70 seiner Verwandten bei Allah Fürsprache einlegen. (Ibn Madja, Djihad, zit. in M. Afschar a.a.O. S. 37) Von daher mag erklärlich sein, dass Mütter ihre Söhne als „Märtyrer“ hingeben und dabei oft nicht einmal weinen.

 

Bewahrt der „Heilige Krieg“ vor der Hölle?

Der Islam hat keinerlei Berührungsängste mit Gewalt. Im Gegenteil! Der Islam wurde zu einer weltlichen Macht durch siegreiche Feldzüge, die Muhammad selbst führte. Diese kriegerischen Handlungen wurden nicht nur von passenden Koranversen begleitet. Der „Prophet“ äußerte sich selbst immer wieder über Sinn und Zweck des Heiligen Krieges im Islam. Dabei bedeutet „heilig“, was im Islam „heilig“ ist. Aus den Koranversen und aus den Sprüchen Muhammads ein System zu machen, war die Aufgabe islamischer Juristen, die das islamische „Staatsgrundgesetz“, die Schari´a, entwickelten.

Nach Ibn Madja (einer der sechs berühmten Sammler von Hadithen, gest. 886) ermunterte Muhammad seine Anhänger, mutig an die Front zu gehen. Allah und er selber würden dafür garantieren, dass jeder Muslim, der am „Heiligen Krieg“ teilnimmt, entweder ins Paradies kommen oder mit reicher Beute zurückkehren würde. So finden wir im Hadith Sprüche wie: „Denjenigen, der den Heiligen Krieg führt, umhüllt Allah mit seiner Vergebung und Barmherzigkeit oder bringt ihn mit der Beute heil nach Hause zurück.“ Oder: „Der Staub des Heiligen Krieges und der Rauch der Hölle treffen sich nie.“ (zit. von M. Afschar, a.a.O. S. 37)

Die Geschenke Allahs an die „Märtyrer“ sind zuvor erwähnt. Wie sollen diese Versprechen aber verstanden werden, kennt doch der Islam keine Heilsgewissheit? Ein Muslim, wie „fromm“ er auch sein mag, kann nur hoffen, in Allahs Paradies zu kommen. Wie kann also Muhammad behaupten, dass jeder Muslim, der „im Wege Allahs“ fällt, ins Paradies eingeht? Dazu schreibt der Islamgelehrte  Moussa Afschar: „Die Antwort ist einfach: Eine islamische Verheißung ist keine Verheißung im biblischen Sinne. Denn Allah ist aus islamischer Sicht so mächtig, dass er nie eine verbindliche Aussage trifft. Wenn Muhammad sagt, Allah werde die islamischen Krieger  nicht in die Hölle schicken, so bedeutet dies nur: ´Hoffentlich schickt er sie nicht in die Hölle´. Oder: ´Wahrscheinlich wird er sie nicht in die Hölle schicken´. Das gilt auch für die ´Paradiesverheißungen´ Muhammads.“ (M. Afschar, a.a.O. S.37f)

 

Islamisierung

Der Islam sieht sich als religiöse Ideologie der Vollkommenheit, die die ganze Welt im Blick hat und letztlich keine andere Religion/Ideologie neben sich duldet. „Allah ist´s, der seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt hat, um sie über jeden andern Glauben siegreich zu machen.“ (48,28) Dennoch haben Muslime und Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 eng zusammengearbeitet. Und  nach 1945 gab es eine ähnlich enge Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Kommunisten. So war es u.a. das DDR-Regime, das den Terroristen Arafat hoffähig machte, als Honecker den Ägypter 1982 zu einem „Staatsbesuch“ nach Berlin (Ost) einlud. Bekanntlich unterstützte die DDR auch die arabischen Armeen im Yom-Kippur-Krieg 1973 gegen Israel (zum Antisemitismus der DDR siehe Michael Wolffsohn im TAGESSPIEGEL vom 31.10.2008 sowie eine ausführliche Darstellung zur geheimen Beteiligung der DDR am Krieg gegen Israel 1973 von Stefan Meining, report MÜNCHEN, Bayerischer Rundfunk vom 6.10.2008 „Geheimoperation Aleppo: die geheime Beteiligung der DDR am Oktober-Krieg 1973“). Später gewährte die DDR der RAF in ihrem „antizionistischen“ Kampf wichtige Hilfe.

Der Antisemitismus dieser drei totalitären Systeme Kommunismus, Nationalsozialismus  und Islam war und ist ein wesentlicher gemeinsamer Nenner.

Drei Stufen der Islamisierung „im Wege Allahs“

1. Predigt von der Toleranz: In Zeiten der Schwäche und als Minderheit     arrangiert man sich mit den „Ungläubigen“, so wie es am Anfang in Mekka war.

2.  Abwehr der „Ungläubigen“ und ihrer Einflüsse: Bei zunehmender Stärke werden die Ansprüche gegenüber den einheimischen „Ungläubigen“ immer lauter! Das ist gut in Deutschland zu beobachten, wo wir uns bereits in dieser Phase befinden: der Bau von immer mehr und immer größeren Moscheen, öffentlicher Ruf des Muezzin an die „Ungläubigen“, sich Allah zu ergeben (=Islam), Forderungen nach vermehrten sozialen Leistungen und mehr Rechten im Sinne der Schari´a. So setzt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bereits die Scharia´a, das islamische Recht, über unser Grundgesetz und fordert seine Einführung auch hierzulande. (Diese Forderungen werden interessanterweise vor allem von Kirchenleitungen und „christlichen“ Parteien unterstützt, die alle Kritiker in die „rechte Ecke“ zu drängen versuchen. 

3. Schließlich der Kampf gegen die „Ungläubigen“, die entweder auch Muslime werden müssen oder als tributpflichtige Dhimmis bestenfalls geduldet werden. Und am Schluss folgt die Einführung der Schari´a für alle Bürger. 

Diese Etappen der Islamisierung sind auch gut erkennbar in der Geschichte der einst christlichen Türkei nach dem Fall Konstantinopels (1453). Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in der Türkei ca. 25 Prozent der Bevölkerung Christen. Heute ist dieser Anteil auf etwa 0,2 Prozent dezimiert: eine unterdrückte, kaum geduldete Minderheit von Dhimmis, aller religiösen Rechte und vieler Menschenrechte beraubt. Nur wenigen ist bekannt, dass in der Türkei seit 1924 nicht einmal kleinste Kirchen neu gebaut werden dürfen, dass es gegenüber Christen keine Toleranz gibt.

Der Djihad hat heute, wo die islamischen Massen wieder mehr und mehr fundamentalistisch geprägt sind, d.h. dem Koran eine zentrale Stellung einräumen, verheerende Auswirkungen in Afrika (Sudan, Darfur, Westafrika), aber auch in den islamischen Ländern selbst. Dort werden die Reste der jüdischen und christlichen Bevölkerung oft grausam unterdrückt und verfolgt. Dass „fundamentalistische“ Muslime getreu dem Wort Allahs im Koran in größter Brutalität auch gegen ihre gemäßigten Landsleute vorgehen, hat sich gezeigt bei der Zerstörung des einst blühenden Libanon zuerst durch die PLO und dann durch die schiitische Hizbollah („Partei Allahs“) und der jahrelangen Besetzung durch Syrien. Erinnert sei auch an den von den UN ebenfalls geduldeten Völkermord im südlichen und westlichen Sudan durch islamische Kriegerhorden.

Eine umfangreiche Dokumentation islamischer Gewalt von Anbeginn bis heute stellte der frühere Chefredakteur (1973-1979) der größten Tageszeitung des Iran „Kayhan“, Amir Taheri, in seinem Buch „Morden für Allah“ (München 1993) zusammen.

Eindeutig sind auch die Ziele der arabischen Staaten und des Iran: So wurde die allgemeine Zielsetzung der Schiiten in den „12 Schwerpunkten der Islamischen Revolution“ 1984 in „Yom Eddin“ (=Tag des Glaubens) veröffentlicht. Wichtigster Punkt (1):  „Die Beseitigung Israels und die Befreiung Jerusalems.“ Weitere Ziele: (10) Die Wiederherstellung des Islam in Andalusien und auf den Inseln – und (11) die Mobilisierung der Moslems zur Sicherung von Rechten in Westeuropa.

Der Präsident der despotischen Mullah-Herrschaft im Iran, Mahmud Ahmadinedschad, hat seit 2005 mehrfach öffentlich die Vernichtung Israels angekündigt: das „zionistische Regime“ sei ein „Schandfleck“, der „aus der Mitte der islamischen Welt beseitigt werden muss“ (ISNA 2.11.2005). Oder: „Israel“ müsse „von der Landkarte gefegt“ werden.

Was die Zerstörung und Beseitigung Israels anbetrifft, lässt das „Palästinensische Nationalabkommen“ (PLO-Charta) vom Mai 1964 (also drei Jahre vor dem 6-Tage-Krieg, der zur Befreiung von Judäa und Samaria, dem so genannten „Westjordanland“ führte) zwecks Gründung der PLO ebenfalls keinen Zweifel. Dieses Abkommen ist bis heute gültig und wurde von allen arabischen Staaten unterzeichnet. In Art. 13 ist zu lesen: „Arabische Einheit und die Befreiung Palästinas sind zwei sich ergänzende Ziele, und die Erreichung des einen erleichtert die Erreichung des anderen. Arabische Einheit führt also zur Befreiung Palästinas, und die Befreiung Palästinas führt zur arabischen Einheit …“ Von der Errichtung eines Staates Palästina mit einer Hauptstadt Jerusalem ist auch in diesem Dokument keine Rede. Ein solcher Klein-Staat ist von den Arabern auch gar nicht beabsichtigt, zumal seine Errichtung  vor 1967 möglich gewesen wäre. Jordanien ist der Staat der arabischen „Palästinenser“! Trotzdem beschlossen die arabischen Staaten 1988 auf ihrer Konferenz in Tunis einen Staat „Palästina“ mit der Hauptstadt Jerusalem zu schaffen – obwohl es einen solchen Staat in der Geschichte nie gegeben hat und Jerusalem seit 3000 Jahren die heilige Stadt der Juden ist. Der Westen sollte über die wahren Absichten getäuscht werden!

Nach al-Ghazzali (1059-1111), einem der bedeutendsten „Theologen“ und Denker des Islam, ist die Lüge im Kampf gegen die „Ungläubigen“ erlaubt: „Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“ Vorbild für dieses Denken ist Allah  selbst, ist er doch der beste „Ränkeschmied“: „Und sie schmiedeten Listen, und Allah schmiedete Listen; und Allah ist der beste Listenschmied.“ (Sure 3,54) „… Und Allah führt irre, wen Er will und leitet recht, wen Er will; und Er ist der Mächtige und Weise.“ (Sure 14,4)

Bezeichnend für diesen Zusammenhang ist, dass bei der „historischen“ Unterzeichnung des „Gaza-Jericho-zuerst-Abkommen“ (13.9.1993) in Washington neben der Bibel auch der Koran auf dem Tisch lag. Ein wahrhaft schlechtes Omen, sagte doch der Führer der PLO Arafat noch am gleichen Tage im jordanischen TV: „Wir kommen zurück nach ´Palästina´. Unserer Fahnen werden über Jerusalem flattern, über den Kirchen und Moscheen Jerusalems …“ Es war genau das Gegenteil von dem, was in dem Abkommen beschlossen worden war!

Die Vernichtung Israels entspricht dem Koran, der den Verlust von ehemals eroberten Gebieten nicht zulässt.

Die Charta der HAMAS von 2002 entspricht inhaltlich der PLO-Charta und lässt keine Zweifel aufkommen. Warum  beide Terror-Organisationen jährlich eine Milliarde Euro an „Entwicklungshilfe“ erhalten – zu gleichen Teilen von Steuergeldern der EU und der USA aufgebracht –  bleibt wohl ein unergründliches Geheimnis von Politikern der Geberländer. Ebenso auch, dass über die Verwendung des Geldes keine Rechenschaft von den Arabern gefordert wird. Von Arafat weiß man, dass er im Laufe der Jahre davon allein 900 Millionen Euro auf seine privaten Konten umgeleitet hat (s. IWF-Beicht v. 11.11.04.).

Für den Islam-Kenner Peter Scholl-Latour ist die Sure 9,11 das entscheidende Kriterium bei der Beurteilung der Zielsetzung des Djihad: „Denen gehört das Paradies, die in Allahs Weg streiten, die töten und getötet werden; ihnen gehört die wahre Verheißung.“ Hier ist zusammengefasst, was der Islam anstrebt. „Wer diesen Koranvers nicht beherzigt, kann die kämpferische Wiedergeburt des Islam nicht begreifen.“

Einen „religiösen Dialog“ zwischen Christen und Muslimen hält Scholl-Latour für „völlig aussichtslos“, soweit dieser unterschiedliche Glaubens-Auffassungen näher zueinander bringen wolle. Der Dialog zwischen der westlichen und der „brodelnden islamischen Welt“ im wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bereich sei aber unausweichlich geworden.

 

Koranverse zum Djihad – dem „Heiligen Krieg“ – eine Auswahl

(Die Zählung entspricht dem Koran in der revidierten und wissenschaftlich anerkannten Übersetzung von Max Henning von 1991, Reclam 4206. Die meist milderen Suren aus der Frühzeit in Mekka sind mit * versehen.)

Wer aber nicht glaubt und Unsre Zeichen verleugnet, die sollen des (Höllen)Feuers Gefährten werden; in ihm sollen sie ewig verweilen! (Sure 2 Vers 39)

Und erschlagt sie  (Juden und Christen), wo immer ihr auf sie stoßt … (2,191)

Und bekämpft sie (Juden u. Christen), bis die Verführung aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist  … (2,193)

Vorgeschrieben ist euch der Kampf … (2,216) Wer … als Ungläubiger (jeder Nichtmuslim)  stirbt … des Feuers (=Hölle) Gefährten sind sie und verweilen ewig darinnen. (2,217)

Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft … (2,190) … Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt … denn Verführung (zum Abfall vom Islam) ist schlimmer als Totschlag … Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen. (2,191)

Und bekämpfet sie, bis die Verführung aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist. (2,193)

O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft außer mit euch … (3,118)

Und wahrlich, wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt. (3,158)

Siehe, wer Unsre Zeichen verleugnet, den werden Wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben Wir (Allah) ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe schmecken. Siehe Allah ist mächtig und weise. (4,56)

… Nehmt aber keinen von ihnen (Ungläubige) zum Freund … Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer. (4,89) (Mehrfach an anderer Stelle wiederholt!)

Siehe, der Lohn derer, welche Allah und seinen Gesandten befehden …, ist nur der, dass sie getötet oder gekreuzigt oder an Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt … werden. (5,33)

O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben ward, diejenigen, die über euren Glauben spotten und scherzen (Juden), und auch nicht die Ungläubigen (Christen) zu Freunden, und fürchtet Allah, so ihr Gläubige seid. (5,57)

… Wen Allah verflucht hat und wem er zürnt – und verwandelt hat Er einige von ihnen zu Affen und Schweinen  … die befinden sich in schlimmem Zustand und sind weit abgeirrt vom ebenen Pfad. (5,60)

…Gefesselt werden ihre (der Juden) Hände und verflucht werden sie für ihre Worte. .. (5,64)

… Wahrlich in die Herzen der Ungläubigen werfe Ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab. (8,12) … für die Ungläubigen ist die Feuerspein. (8,14) Und nicht erschlugt ihr sie, sondern Allah erschlug sie …(8,17)

Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist, und bis alles an Allah glaubt. (8,39)

Siehe, schlimmer als das  Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben. (8,55)

Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlagt die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf … (9,5)

Bekämpfet sie; Allah wird sie strafen durch eure Hände … (9,14)

Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag. … bis sie den Tribut aus der Hand (d.h. ohne Vermittler) gedemütigt entrichten. … Allah schlag sie tot! Wie sind sie verstandeslos! (9,29+30)

(Vers 9,29 gilt als einer der Schwertverse und hebt 100 anders lautende Verse auf, die zur Toleranz aufrufen und noch aus der mekkanischen Zeit stammen. Das entspricht der Sure 2,106: Was Wir auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit bringen, Wir bringen bessere oder gleiche dafür. Weißt du nicht, dass Allah über alle Dinge Macht hat? Nach muslimischer Auslegung sollen 225 Koranverse durch spätere abrogiert , d.h. geändert, sein.)

So ihr nicht ausziehet (zum Kampf), wird Er euch strafen mit schmerzlicher Strafe … (9,39) … und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg. Solches ist besser für euch, so ihr es begreifet. (9,41)

Wer aber den Gesandten Allahs kränkt, denen soll sein schmerzliche Strafe. (9,62)

O du Prophet, streite wider die Ungläubigen und Heuchler und  verfahre hart mit ihnen. Und ihre Herberge ist Dschahannam (die Hölle), und schlimm ist die Fahrt (dorthin). (9,73)

Jedoch der Gesandte und die Gläubigen bei ihm eifern mit Gut und Blut, und … ihnen wird´s wohl ergehen. (9,88)

(Denen gehört das Paradies), die in Allahs Weg kämpfen und töten und getötet werden,; ihnen gehört die wahre Verheißung … das ist die große Glückseligkeit. (9,111)

O ihr, die ihr glaubt, kämpfet wider die Ungläubigen an euern Grenzen, und wahrlich, lasset sie die Härte in euch verspüren. Und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. (9,123)

… Aber für die Ungläubigen  sind Kleider aus Feuer geschnitten; gegossen wird siedendes Wasser über ihre Häupter. Das ihre Eingeweide und ihre Haut schmilzt; Und eiserne Keulen sind für sie bestimmt. Sooft sie aus ihr (der Hölle) vor Angst zu entrinnen suchen, sollen sie in sie zurückgetrieben werden und: Schmecket die Strafe des Verbrennens. (22,19-22)*

Wahrlich, in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt. (33,21)  (Hierauf gründet sich die getreue Nachahmung aller von Muhammad  wirklich oder angeblich geübten Bräuche, die für den Muslim als verdienstvoll gilt.)

Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande. Und dann entweder Gnade (für die Gefangenen) hernach oder Loskauf, bis der Krieg seine Lasten niedergelegt hat. Solches! Und hätte Allah gewollt, wahrlich, Er hätte selber Rache an ihnen genommen; jedoch wollte Er die einen von euch durch die andern prüfen. Und diejenigen, die in Allahs Weg getötet werden, nimmer leitet Er ihre Werke irre. … Und einführen wird Er sie ins Paradies, das Er ihnen zu wissen getan. (47,4-6)

Die Ungläubigen aber, Verderben über sie! Und irre leitet Er ihre Werke. (47,8)

O ihr, die ihr glaubt, gehorchet Allah und (!) gehorchet dem Gesandten… Werdet daher nicht matt und ladet (die Ungläubigen) nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt; denn Allah ist mit euch …Das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz, und so ihr glaubt und Allah fürchtet, wird Er euch euren Lohn geben…(47, 33,+35+36)

Und wer nicht an Allah und Seinen Gesandten glaubt – siehe für die Ungläubigen haben Wir eine Flamme bereitet. (48,13)

… ihr sollt mit ihnen kämpfen oder sie werden Muslime. (48,16)

Er (Allah) ist´s, der Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt hat, um sie über jeden anderen Glauben siegreich zu machen. Und Allah genügt als Zeuge. Muhammad ist der Gesandte Allahs, und seine Anhänger sind strenge wider die Ungläubigen, barmherzig untereinander. Du siehst sie sich verneigen und niederwerfen, Huld begehrend von Allah und Wohlgefallen. Ihre Merkzeichen auf ihren Angesichtern (nämlich der Staub des Bodens) sind die Spur der Niederwerfung… (48,28+29)

Gläubige sind nur die, welche Allah und  Seinem Gesandten glauben und hernach nicht zweifeln und die mit Gut und Blut in Allahs Weg eifern. Das sind die Wahrhaftigen. (49,15)

Werfet in die Hölle jeden trotzigen Ungläubigen. (50,24)*

Eines Tages werden sie (die Ungläubigen) ins Feuer auf ihren Angesichtern geschleift: „Schmecket die Berührung des Höllenfeuers.“ (54,48)*

… Und wer mit ihnen (den Ungläubigen) Freundschaft macht, das sind die Ungerechten. (60,9)

Er ist´s, der Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt hat, um sie über jede andre Religion siegreich zu machen, auch wenn es den Götzendienern zuwider ist. (61,9 – Wh. von 48,28)

O Prophet, eifre im Streit wider die Ungläubigen und die Heuchler und sei hart wider sie, denn ihre Wohnung ist Dschahannam  (Hölle) und schlimm ist die Fahrt (dorthin). (66,9)

… und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, für den ist Dschahannams Feuer für ewig und immerdar. (72,23)*

Siehe, Wir bereiten für die Ungläubigen Ketten und Joche und eine Flamme. (76,4)*

Aufzählung der brutalsten Strafen für die Ungläubigen in immer neuen Variationen: (88.1ff)*

H. Nowitzky  2/10

  

Literatur, soweit nicht im Text erwähnt:

Der Koran, aus dem Arabischen übersetzt v. Max Henning, Stuttgart 1991, (Reclam 4206)

Moussa Afschar: Der Heilige Krieg – Die Belagerung Europas von innen, Stuttgart 2004 (hier und bei Ali Dashti finden sich auch die Angaben zu den Hadithen)

Abd al-Masih: Der Heilige Krieg im Islam, A-Villach 1991

                        Wer ist Allah im Islam? A-Villach, o.J.

P. Scholl-Latour: Das Schwert des Islam, München 1990

H. Stieglecker: Die Glaubenslehren des Islam, Paderborn 1983

Ali Dashti: 23 Jahre – Die Karriere des Propheten Muhammad, Aschaffenburg 1997

 

Written by schroeter

Februar 17, 2010 at 20:02 pm